Die häufigsten Fragen zur Speicherstadt Hamburg

Die Speicherstadt Hamburg kennt man über die Landesgrenzen hinaus. Aber wie ist sie eigentlich entstanden? Lest alles dazu in diesem Blogbeitrag! Hamburg ist seit dem 14. Jahrhundert als bekannteste und größte Stadt der sogenannten „Hanse“ bekannt. Die Hanse war ein Bund norddeutscher Kaufleute, der weltweiten Seehandel betrieb. Daher ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands auch als „Hansestadt Hamburg“ (deswegen das Autokennzeichen HH) bekannt. Bis heute betreibt Hamburg den größten Seehafen Deutschlands und nach Rotterdam und Antwerpen den drittgrößten Europas.

Was ist die Speicherstadt Hamburg?

Der rasant wachsende Hafen wurde südlich der Altstadt zwischen 1883 und 1927 systematisch erweitert. So entstand auf den ehemaligen Elbinseln und Wohnquartieren Kehrwieder und Wandrahm in dieser Zeit der weltgrößte historische Lagerhauskomplex, der heute einen eigenen Stadtteil von Hamburg bildet – eben die besagte Speicherstadt. Seit dem globalen Siegeszug des Frachtcontainers in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts wurden die alten Speicher obsolet, aber es wäre wirklich zu schade gewesen, diese Industriedenkmäler einfach abzureißen. Daher stehen sie auch heute noch da – aber keinesfalls ungenützt. Denn trotz „Containerisierung“ der Schifffahrt werden einige der Gebäude auch noch heute zum Lagern – eben „Speichern“ – verwendet.

Wann wurde die Speicherstadt Hamburg erbaut?

Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1883 und wenige Jahre später wurde der Großteil der Lagerhäuser fertiggestellt. Bereits am 29. Oktober 1888 wurde die Speicherstadt Hamburg mit der Schlusssteinlegung durch Kaiser Wilhelm II an der Brooksbrücke feierlich eröffnet. Aber auch nach dieser offiziellen Eröffnung gingen die baulichen Erweiterungen bis zum Jahr 1927 weiter. Im Zweiten Weltkrieg wurden zwar rund 70 % der Speicherflächen zerbombt, aber sofort nach Kriegsende wurde ein Großteil der Gebäude wieder errichtet.

Wie wurde die Speicherstadt in Hamburg gebaut?

Der Baubeginn begann mit der Zwangsumsiedelung von etwa 20.000 Menschen und dem Abriss ihrer Wohnviertel auf den beiden oben genannten Elbinseln. Die Speicherstadt umfasst eine Fläche von etwa 26 Hektar und hat eine Ausdehnung von rund 1,5 Kilometern Länge und zwischen 150 bis 250 Metern Breite. Wie um die Jahrhundertwende üblich wurden die Gebäude aus rotem Backstein errichtet. Aber trotz des einheitlichen Grundmaterials besitzt jeder einzelne Speicherblock eine etwas andere Färbung und Ornamentik. Die Gebäude stehen – ähnlich wie in Venedig – auf Holzpfählen, die bis zu 12 Meter tief in den Schlamm der Elbe gerammt wurden. Während Venedig auf Lärchenholz erbaut wurde, verwendete man in Hamburg Pfähle aus Eiche.

Was gibt es in der Speicherstadt zu sehen? 

Der historische Lagerhauskomplex verlor zwar als Warenumschlagplatz ab den 1960er-Jahren immer mehr an Bedeutung, gewann aber zusehends als Anziehungspunkt für die Tourismuswirtschaft. Es entstanden Museen, Galerien, Ateliers, Restaurants, Büros und Wohnungen. Auch das Speicherstadtmuseum, das die Geschichte dieses Stadtviertels anschaulich macht, ist selbstverständlich in einem der historischen Bauwerke untergebracht. Seit Juli 2015 zählt die Speicherstadt Hamburg auch zum UNESCO-Weltkulturerbe und darf seither bei keinem Hamburg-Besuch fehlen. Als besonderer Anziehungspunkt für Groß und Klein hat sich das „Miniatur-Wunderland“ erwiesen, das eine gigantische Modelleisenbahnanlage beheimatet. Ebenfalls sehr beliebt: Eine Bootstour durch die Kanäle dieses einzigartigen Stadtviertels, die in Hamburg übrigens als „Fleets“ bezeichnet werden.

Was kann ich in der Speicherstadt Hamburg unternehmen?

Die Speicherstadt in Hamburg ist zwar nicht mehr das europäische Handelszentrum für Waren aller Art, hat sich aber einige exklusive Sparten bewahrt und ist nach wie vor einer der größten Umschlagplätze für Teppiche aus aller Herren und Frauen Länder! Viele bekannte Händler haben hier bis heute ihre Teppichlager und können auch dort besucht werden. Der Store „On The Rugs“ verkauft beispielsweise handgeknüpfte Orient- und Nomadenteppiche und ist immer einen Besuch wert. Im berühmten Wasserschloss befindet sich unter anderem das Teekontor, in dem aus über 250 Teesorten für jeden Geschmack die richtige Mischung zu finden sein sollte. Apropos Geschmack – am besten spaziert man ziellos durch die Speicherstadt und lässt sich von einem der vielen äußerst kreativen Lokale in den Bann ziehen und entdeckt neben vielen optischen neuen und spannenden Eindrücken auch völlig unerwartete Geschmackserlebnisse – satisfaction guaranteed!