Moin Christoph hier,
der Gründer und Erfinder vom OPOLUM in der Speicherstadt.
Ich muss ehrlich zu euch sein: Als absoluter Speicherstadt-Fan und Romantiker stand ich dem gläsernen Neubau-Stadtteil HafenCity jahrelang extrem skeptisch gegenüber. Und ich weiß, wovon ich rede: Ich habe selbst zwei Jahre lang mitten in der HafenCity gewohnt. Der einzige Grund damals? In unserer geliebten, historischen Speicherstadt darf man ja leider nicht wohnen – und die Nähe zu unserer OPOLUM-Erlebnislocation war einfach unschlagbar.
Mein ehrliches Fazit aus dieser Zeit: So richtig warm geworden bin ich mit der HafenCity nie. Zu oft wirkt sie kühl, windig und irgendwie steril, wenn man das historische Flair der alten Backsteinspeicher liebt.
Aber: Wenn man zwei Jahre lang jeden Tag durch diese Straßen zieht, entdeckt man Ecken, die den anfänglichen Skeptizismus komplett wegblasen. Abseits der glatten Fassaden gibt es Flecke, die wirklich herausstechen und echten Charm besitzen.
Wir machen heute den Deep Dive: Vergiss die typischen Werbe-Prospekte. Hier kommen die schönsten Ecken der HafenCity – mit den echten Insides eines ehemaligen Bewohners. Los geht’s!
Was ist die HafenCity überhaupt? (Hinter den Kulissen)
Klar, rein faktisch ist die HafenCity mit ihren 157 Hektar und den 10 Quartieren das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt in Europa. Seit der offiziellen Gründung 2008 wird hier geklotzt statt gekleckert – es gibt mit der U4 sogar eine komplett eigene U-Bahn-Linie.
Aber während Stadtplaner von innovativer Architektur und nachhaltigen Quartieren schwärmen, zeige ich euch jetzt, wo dieses Reißbrett-Viertel wirklich anfängt zu leben..
Meine 6 besten Sehenswürdigkeiten der HafenCity
1. Das Maritime Museum (Kaispeicher B) – Das versteckte Herz der Speicherstadt
Wenn ich durch die kühle HafenCity spaziere, gibt es einen Ort, an dem mein Speicherstadt-Herz plötzlich höherschlägt: Das Internationale Maritime Museum im historischen Kaispeicher B. Und jetzt kommt der absolute Clou für Geschichts-Freaks: Dieser gigantische Backsteinbau wurde tatsächlich 10 Jahre vor der eigentlichen Speicherstadt gebaut (errichtet 1878)! Da ist er also doch – der echte, raue Speicherstadt-Flair mitten im modernen Neubaugebiet.
Das Gebäude ist komplett von einem idyllischen Wasserkanal umringt. In dessen Mitte liegt die wundervolle Leonbrücke. Besonders im Sommer ist es hier unfassbar schön, und abends wird das gesamte Gemäuer extrem stimmungsvoll beleuchtet. Mein Tipp: Setzt euch abends einfach mal auf eine der Bänke, genießt das Lichtspiel auf dem Wasser oder besucht das Restaurant direkt im Speicher.
Weil ich diesen Ort während meiner zwei Jahre in der HafenCity so lieben gelernt habe, mussten wir ihn einfach in unser drittes Outdoor Escape Game Hamburg „Störtebeker“ einbauen! Der Weg führt euch spielerisch einmal komplett um das Maritime Museum herum, während ihr mit der historischen Umgebung Rätsel löst.
Mein persönliches Highlight: Mitten auf der Leonbrücke zu stehen, vom Wasser umgeben zu sein, direkt auf die gewaltige Fassade des Maritimen Museums zu schauen und Merkmale der alten Architektur zuzuordnen. Echtes Hamburg-Feeling garantiert!
Adresse: Kaispeicher B, Koreastraße 1, 20457 Hamburg
2. Das Störtebeker-Denkmal – Die Seele unter dem Beton
Wenn man durch die moderne HafenCity läuft, vergisst man schnell, was für eine düstere, faszinierende Geschichte hier unter den Fundamenten begraben liegt. Früher war dieses durchgestylte Areal nämlich unerschlossenes, raues Marschland – ein echtes Sumpfgebiet, das man damals Grasbrook nannte. Und genau hier soll Hamburgs berühmtester Pirat, Klaus Störtebeker, im Jahr 1401 hingerichtet worden sein.
Die Legende besagt: Nachdem ihm der Kopf abgeschlagen wurde, sollte er enthauptet an seiner aufgereihten Crew vorbeilaufen. Jeden Kameraden, an dem er es im Vorbeigehen noch vorbeischaffte, sollte der Hamburger Senat am Leben lassen. Elf Männer soll er so gerettet haben, bevor der Henker ihm ein Bein stellte.
Heute erinnert die bronzene Störtebeker-Statue an diesen legendären Moment. Wenn ich sehe, wie die Business-Leute morgens völlig gehetzt an ihm vorbeirennen, fragt sich kaum noch einer, was der nackte Mann in Handschellen dort eigentlich für eine monumentale Bedeutung hat. Für mich ist Störtebeker eine echte Inspiration. Die Geschichte vom Freibeuter, der von den Reichen stahl, um es den Armen zu geben – solche Sagen geben einer Hafenstadt überhaupt erst ihren unbezähmbaren Charakter!
Das war für mich der Grund, diesem Piraten ein komplett eigenes Störtebeker Outdoor Escape Game zu widmen. Und selbstverständlich macht eure Tour direkt bei Klaus höchstpersönlich Halt. Die Aufgabe, die euch an diesem Spot erwartet, ist komplett verrückt – sowas gab es in einem Outdoor-Spiel noch nie! Klar, man erwartet an einem Denkmal die typischen, logischen Rätsel. Aber bei Störtebeker muss es etwas wahrhaft Denkwürdiges sein. Denn vergesst nicht: Die Piraten sprachen oft mit silberner Zunge… Wer traut sich?
Adresse: Störtebeker Ufer, 20457 Hamburg
3. Der Traditionshafen & Harrys Hafenbasar – Die schwimmende Rumpelkammer des Hafens
Wir verlassen das Areal rund um Störtebeker, setzen unsere Reise fort und biegen ab zum Traditionshafen im Sandtorhafen. Wo ganz früher mal ein echtes, geschäftiges Hafenbecken für die historische Schifffahrt war, wartet heute ein echtes Highlight auf euch: Ein riesiger, schwimmender Ponton mitten auf dem Wasser, über den man herrlich spazieren kann.
Der Clou: Hier liegen ständig wechselnde, historische Schiffe vor Anker – wie ein kleines, kostenloses und öffentliches Schifffahrtsmuseum unter freiem Himmel. Und wenn ihr genau hinschaut, entdeckt ihr hier zwei absolute Kuriositäten: Zum einen das kleinste Hotel Hamburgs, das in einem alten, umgebauten Hafenkran untergebracht ist. Zum anderen das wohl skurrilste schwimmende Museum der Stadt: Harrys Hamburger Hafenbasar.
Gegründet wurde dieser Laden bereits 1954 vom Seemann Harry Rosenberg. Jahrzehntelang haben Seeleute aus aller Welt hier ihre exotischen Mitbringsel verkauft. Heute ist der Basar auf dem Ponton eine wilde Mischung aus Museum und Stöbergeschäft. Aufgrund der komplett vollgestopften, urigen Atmosphäre wird er von uns Hamburgern oft charmant als „Kramerladen“ oder „Rumpelkammer“ des Hafens bezeichnet. Wenn ihr Bock auf echte Südsee-Schnitzereien, afrikanische Masken, nautische Antiquitäten oder sogar echte Schrumpfköpfe habt – das ist euer Ort!
Das Geniale am Sandtorhafen ist der Kontrast: Obwohl der Bereich komplett von den modernen, teils wuchtigen Häuserschluchten der HafenCity umringt ist, spürt man in der Mitte auf dem Wasser eine unglaubliche Luftigkeit und Freiheit. Das liegt auch daran, weil zwischen den Gebäuden tweilweise Abstand gelassen werden musste. Zum einen, damit der Wind durchpfeifn konnte (wichtiger Punkt in Hamburg) und zum anderen, um einen Blick auf die Speicherstadt zu ermöglichen (Ja, das war damals wirklich Vorraussetzung für den Bau). Und dank toller Gastronomie vor Ort und sauberen öffentlichen Toiletten kann man hier perfekt verweilen. Hier atmet der moderne Stadtteil plötzlich echte, ungeschönte Hamburger Geschichte. Ein wirklich wunderschöner Ort, den man erlebt haben muss!
4. Am Sandtorkai 68 – Das Gebäude mit dem eisernen Speicherstadt-Skelett
Wenn ihr gerade auf dem Ponton im Traditionshafen steht, müsst ihr euren Blick unbedingt einmal nach oben auf die Häuserzeile richten. Schaut nach dem markanten Büro- und Geschäftsgebäude „Am Sandtorkai 68“. Auf den ersten Blick wirkt es super modern, aber es verbirgt ein geniales Geheimnis für alle, die genau hinschauen.
Die Fassade wird von einer sichtbaren, vorgelagerten Stahl- und Glaskonstruktion dominiert – einem echten äußeren Eisenskelett (Exoskelett). Sie wurde gezielt entworfen, um die Tragwerkkonstruktionen und Deckenraster der historischen Speicherböden von nebenan visuell nach außen zu kehren und modern zu interpretieren!
Es gibt sie in der HafenCity also doch: Die Architekten, die mit Herz und Seele bauen und versuchen, eine echte, tiefere Verbindung zur historischen Speicherstadt zu schaffen. Diesen genialen Funfact habe ich selbst mal auf einer Stadtführung erzählt bekommen, als meine Eltern in Hamburg zu Besuch waren. Ein wunderbares Detail, das so gut wie niemand auf dem Schirm hat!
Wenn ihr also das nächste Mal am Traditionshafen vorbeispaziert, schaut euch diese Fassade ganz genau an und denkt an mich. Genau solche architektonischen Liebeserklärungen an die Vergangenheit machen das Viertel am Ende eben doch lebenswert.
5. Die Elbphilharmonie (Kaispeicher A) – Wo die Vergangenheit die Moderne trägt
Und weil dieser Guide mittlerweile so vollgepackt mit Insider-Wissen ist, enden wir mit dem unangefochtenen Wahrzeichen Hamburgs: Der Elbphilharmonie. Doch während alle immer nur über die gläserne, wellenförmige Krone sprechen, fasziniert mich als Speicherstadt-Fan vor allem das, was darunter liegt.
Die Elphi hat nämlich genau deshalb eine echte Seele, weil sie auf dem historischen Kaispeicher A erbaut wurde. Sie ist die perfekte architektonische Verbindung aus einem robusten Speicherstadt-Fundament und einem visionären HafenCity-Aufbau. Auch wenn es meiner Meinung nach ein ganz kleines bisschen übertrieben ist, dass jede einzelne der gebogenen Fensterscheiben schlanke 72.000 € gekostet haben soll – das Ergebnis ist spektakulär: Das Wasser der Elbe spiegelt sich an sonnigen Tagen einfach wunderschön in der Fassade. Die Elphi ist ein Ort, den jeder Mensch einmal im Leben mit eigenen Augen gesehen haben muss.
Weil mir diese Kulisse so am Herzen liegt, war es mir extrem wichtig, gleich zwei unserer Outdoor-Touren genau hierherzuführen! Unser Speicherstadt Outdoor Escape Game Hamburg „Die Verschwörung“ macht einen genialen kleinen Mini-Schlenker direkt an der Elphi vorbei, damit ihr euch im Vorbeigehen noch mehr unnützes (aber verdammt cooles) Wissen erspielen könnt.
Und unsere Schnitzeljagd Hamburg „Betrug im Hamburger Hafen“ findet hier sogar ihr großes, dramatisches Finale! Ihr werdet direkt vor der Elbphilharmonie eine waschechte Verbrecherbande überführen. Vor dieser monumentalen Kulisse ist das ein absolut beeindruckendes Erlebnis! Als wohlverdiente Belohnung könnt ihr euch im Anschluss direkt ein Ticket für die Plaza gönnen, mit der „Tube“ (der längsten Rolltreppe Europas) nach oben fahren und den gigantischen 360°-Blick über den Hafen und unsere geliebte Speicherstadt genießen.
Adresse: Platz der Deutschen Einheit 1, 20457 Hamburg
6. Lohsepark
Der größte Park der HafenCity ist natürlich auch eine der größten Sehenswürdigkeiten und ein Muss für alle, die mit Kindern im Gepäck anreisen. Man merkt hier einfach, dass bei der Planung auch die Öffentlichkeit (zum Beispiel in Form von Workshops mit Kindern oder Interviews mit Jugendlichen) miteinbezogen wurde.
Neben gepflegtem Grün, der durchgängig freien Sicht „von Wasser zu Wasser“ und einem Promenadensystem mit Blick auf Baakenhafen und Elbe, laden auch spektakuläre Spielmöglichkeiten in den Lohsepark ein. Von Trampolinen über Slacklines bis hin zur sogenannten „Super-Rutsche“.
Adresse: Am Lohsepark, 20457 Hamburg
Tipp: Unser Outdoor Escape Game Hamburg für Kinder „Monster in the City“ im Lohsepark ist perfekt für die ganze Familie.
Sehenswürdigkeiten HafenCity: Mein ehrliches Fazit
Wenn man – so wie ich damals – jeden Tag durch die HafenCity läuft, stellt man fest: Man findet sie doch, die historischen Orte und den tiefen Bezug zu meiner geliebten Speicherstadt. Irgendwie gehen beide Stadtviertel am Ende Hand in Hand nebeneinander her. Die HafenCity hat über die Jahre viel mehr Seele entwickelt, als man ihr auf den ersten Blick zutraut. Man muss nur wissen, wo man genau hinschauen muss.
Wenn ihr euch die Speicherstadt und die HafenCity anschauen wollt und Lust auf echte Insider-Infos sowie die spannendsten Orte abseits des Mainstreams habt, dann sind unsere Outdoor Escape Game Hamburg „Störtebeker“, „Die Verschwörung“ oder „Betrug im Hafen“ genau das Richtige für euch.
Warum solltet ihr planlos und mit einem trockenen Reiseführer durch die Stadt laufen, wenn ihr stattdessen geniale Rätsel, packende Storys und echtes Insiderwissen von ehemaligen Anwohnern bekommen könnt? Seht es als eure ganz private Stadtführung – nur in cool, interaktiv und absolut selbstbestimmt.
Schnappt euch eure Freunde, eure Familie oder eure Kollegen und erlebt Hamburg von seiner aufregendsten Seite.
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Hey ich bin Christoph und ein Escape Room Pioneer der ersten Stunde. Ich bin vor knapp 10 Jahren in Deutschland als Escape Room Betreiber gestartet. Heute kenne ich die Branche sehr gut und bin bei neuen Trends immer auf dem Laufenden. Aber ich schaue auch gerne über den Tellerrand hinaus. Mich interessiert alles rund um Escape Rooms, Krimispiele, Krimidinner und Brettspiele. Viel Spaß beim Lesen meiner Blog Artikel.